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Events abgesagt – Gaming läuft: Wie werden Schweizer Marken reagieren?

Manuel Oberholzer (Co-Founder)

Der Schweizer Bevölkerung wird zurzeit empfohlen, zuhause zu bleiben. Das hat Auswirkungen auf die Unterhaltungsbranche: Sie wird mit einer grossen Herausforderung konfrontiert und kämpft gegen Umsatzeinbussen.

Entertainment für Fussballfans in der Schweiz, beispielsweise, wurde durch den Unterbruch diverser Ligen stark limitiert. Mindshare hat ergründet, Personen sehnen sich nach alternativer Live-Unterhaltung, jetzt, wo sie rund um den Sport nur beschränkt verfügbar ist.

Doch nicht alle Unterhaltung ist gestrichen: Die TCS eSports League, welche gerade in ihre vierte Saison gestartet ist, läuft wie gewohnt weiter. Eine Liga rund um das Game «Rocket League». Wie Fussball, aber mit Autos – also eine interessante Alternativbeschäftigung für Fussballbegeisterte, einfach online. Das System ist nämlich ähnlich aufgebaut wie im Fussball: Diverse Esports-Teams, darunter bekanntere Namen aus der Fussballwelt wie «Servette Geneva», treten in einer Liga gegeneinander an, um letztendlich den Cup für sich zu gewinnen. Es geht um Teamsport, Wettkampf und um das Mitfiebern um den Sieg.

Esports-Wettkämpfe statt Fussball im Fernsehen? Gaming statt Tennis in den News? Äusserst spannende und ausschliesslich online geschaffene Alternativ-Unterhaltung ohne Ansteckungsgefahr, meint MYI Entertainment.

Esports und Gaming: Profit oder Challenge?
Während die Umsätze in andere Branchen fallen, scheint es, als durchlebe der Gaming-Sektor positive Zeiten: Mindshare hat ermittelt, dass auf dem Streaming-Portal Twitch mittlerweile ein Anstieg an Schweizern zu verzeichnen ist – die Bevölkerung spielt und streamt häufiger. Warum auch nicht? Gaming ist ein toller Zufluchtsort, wenn man zuhause «feststeckt». Sogar Daniel Koch vom BAG empfiehlt «Zuhause bleiben und gamen statt einer WG-Party».

Manuel Oberholzer, COO bei MYI Entertainment, beobachtet die Lage genau. Aus seiner Optik ist die aktuelle Situation klar profitabel für die Hersteller. So sind die App-Käufe für Mobile-Games in China gestiegen und eine ähnliche Entwicklung wird nun in Europa erwartet.

Auf Agenturen und Brands wirkt sich diese Situation jedoch, zumindest kurzfristig, negativ aus. Für eine Gaming-Agentur sind die Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus eine Challenge. Denn auch Esports und Gaming leben von Offline-Events und diese werden zurzeit nach und nach abgesagt. Was nun?

Best Practice
Als Experte in dieser Branche weiss MYI Entertainment, dass Esports und Gaming verbindet. Abenteuer, Spass und enge Freundschaften können genauso gut in der virtuellen Welt entstehen.

Die Agentur handelt. Wenn die Zielgruppe zuhause bleibt, dann wird die Unterhaltung einfach in das Wohnzimmer geliefert. Ideen werden gesammelt, neue Konzepte geschrieben, um Personen online zu erreichen. Die ersten Online-Cups zum Highlightspiel «Fortnite» sind mit dem Brand «Rival Rock Series» bereits am 18. März 2020 verkündet worden.

Oberholzer meint, Unternehmen und Agenturen müssten offen für Alternativen sein. Es braucht Mut, Neues auszuprobieren. Es kann sich aber lohnen. Neue Aufträge hat MYI Entertainment zwar (noch) nicht erhalten. Bestehende Partner, Unternehmen diverser Branchen, zeigen jedoch heute bereits Interesse am Online-Lösungsansatz.

Erst vor kurzer Zeit wurde MYI Entertainment von einer Lehrerin angeschrieben, die vor der Herausforderung stand, ihre Schüler nun online betreuen und unterrichten zu müssen. In Kürze konnte die Agentur ihr einen Discord-Channel einrichten und sie in der Handhabung des Tools einweisen. So erreicht diese nun ihre Schüler und kann Infos und Hausaufgaben darüber teilen.

Gamer wissen, wie man sich die Zeit zuhause vertreibt und wie man auch ausschliesslich online effektiv kommunizieren kann. Genau dieses Wissen wird in der jetzigen Lage plötzlich nützlich. MYI Entertainment ist sich sicher, dass jenes Wissen für verschiedene Branchen relevant sein kann.

Wie sieht die Zukunft aus?
Die Zukunft ist langfristig schwer einzuschätzen. MYI Entertainment hat die Ideenwerkstatt gestartet, andere Agenturen bestimmt ebenso. Weiter ist es wichtig, dass Unternehmen selbst den Willen aufbringen, neue Wege zu gehen – Chancen zu nutzen.

Ungenutztes Budget für abgesagte Events könnte in neue Projekte einfliessen, um sich vor Umsatzeinbussen zu schützen. Esports und Gaming seien für dies aktuell passende Themen, meint Oberholzer, aber Möglichkeiten gibt es auch in anderer Form: Influencer, Streamer, Caster – all das kann genutzt werden, um Zielgruppen auch im eigenen Heim zu erreichen.

Quellen

www.mindshareworld.com

www.bag.admin.ch/bag/de/home.html

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Manuel Oberholzer
E-Mail: manuel.oberholzer@myi.ch
Webseite: www.myientertainment.com